Mundhygiene

Wie lange Zähne gesund und funktionsfähig bleiben, hängt zum Großteil von der Qualität der Zahnpflege ab. Werden die Zahnbeläge nicht regelmäßig und gründlich entfernt, können Karies und Zahnfleischerkrankungen entstehen.

Was ist nun für eine optimale Reinigung wirklich nötig?

Zahnbürste

Mutter und Kind beim Zähneputzen

Die "beste Zahnbürste" gibt es nicht, sondern jeder soll die Zahnbürste finden, die seinen individuellen Anforderungen am besten gerecht wird.
Generell sind Bürsten mit kleinem Kopf zu bevorzugen, weil mit diesen die Seitenzähne besser erreichbar sind. Eine leichte Abwinkelung kann in diesem Zusammenhang ebenfalls hilfreich sein. Achten Sie bei der Wahl der Zahnbürste darauf, dass die Borsten weich bis maximal mittelhart sind, damit der Zahnschmelz auf Dauer keinen Schaden nimmt. Der Griff sollte rutschfest sein und gut in der Hand liegen.
Für Kinder gibt es altersgerechte Zahnbürsten mit besonderem Griff und Borstenkopf.
Auch für Patienten mit einer festsitzenden Zahnspange sind Zahnbürsten mit speziell ausgeführtem Bürstenkopf erhältlich.

Ob Sie elektrische Zahnbürsten bevorzugen oder lieber von Hand putzen, ist Geschmacksache. Bei richtiger Putztechnik ist die herkömmliche Zahnbürste keineswegs unterlegen. Allerdings kann die elektrische Zahnbürste Fehler in der Putztechnik ausgleichen und vor allem Kinder zum Zähneputzen motivieren.

Bitte denken Sie daran, Ihre Zahnbürste regelmäßig zu wechseln! Spätestens dann, wenn sich die Borsten verbiegen, hat die Bürste ausgedient. 

Weitere Produkt-Informationen: www.oralb.de

Zahnpasta

Zahnpasten enthalten unter anderem Putzkörper, die die mechanische Zahnreinigung unterstützen. Diese dürfen nicht zu aggressiv sein, um den Schmelz nicht anzugreifen. Achten Sie bei der Wahl der Zahnpasta auch auf einen entsprechenden Fluoridgehalt. Darüber hinaus sind auch Produkte mit speziellen Zusätzen, z.B. gegen empfindliche Zahnhälse oder zum Aufhellen der Zähne im Handel.

Mehr Infos unter www.elmex.de oder www.colgate.at

Zahnseide/Interdentalbürsten

Eine gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume ist ein unverzichtbarer Bestandteil der täglichen Zahnpflege. Zahnseide eignet sich optimal zur Reinigung enger Zwischenräume. Für Patienten mit festsitzender Zahnspange gibt es beispielsweise Zahnseide mit steifen Enden, um die Anwendung zu erleichtern.

Interdentalbürsten sind ideal für die Reinigung größerer Zahnzwischenräume. Sie sind in mehreren Stärken erhältlich. Für Patienten mit festsitzender Zahnspange oder festsitzendem Zahnersatz sind diese Bürsten eine empfehlenswerte Ergänzung bei der Zahnpflege.

Wenden Sie sich an uns! Wir sind Ihnen gerne bei der Auswahl der geeigneten Produkte behilflich und zeigen Ihnen die richtige Anwendung.

Munddusche

Mundduschen helfen, Zahnzwischenräume und kieferorthopädische Apparaturen von Speiseresten zu befreien. Außerdem fördern sie durch den Massageeffekt die Gesunderhaltung des Zahnfleisches. Bei falscher Anwendung (z.B. Druck in Richtung der Zahnfleischtaschen) sind aber auch negative Auswirkungen möglich.

Kaugummi

Zuckerfreier Kaugummi neutralisiert den sauren pH-Wert des Speichels und ist daher vorteilhaft, wenn nach dem Essen keine Zahnbürste zur Hand ist. Ersetzen kann er das Zähneputzen nicht! Es gibt im Handel auch Xylit-hältigen Kaugummi, dessen karieshemmende Wirkung erwiesen ist.

Zähneputzen

Empfehlenswert ist das Putzen der Zähne nach jeder Mahlzeit. Gründliches Zähneputzen nimmt zumindest 3 Minuten in Anspruch. Drei Minuten sind eine lange Zeit – kontrollieren Sie sich einmal selbst!
Gewöhnen Sie sich eine systematische Putztechnik an, sodass jeder Zahn gleichermaßen gereinigt wird. Neben einem ritualisierten Putzvorgang ist auch die richtige Putztechnik von Bedeutung. Der Druck sollte weder zu weich noch zu hart sein. Die Borsten sollen sich leicht durchbiegen. Die richtige Putzmethode hängt auch von Ihrem Gebiss und vom Zustand Ihres Zahnfleisches ab.

Fragen Sie uns bei Ihrem nächsten Besuch – wir nehmen uns gerne Zeit!

Zähneputzen VOR oder NACH dem Frühstück?

Diese Frage wird in unserer Ordination häufig gestellt. Grund für die Unsicherheit ist die Tatsache, dass unter Laborbedingungen das Zähneputzen direkt nach Genuss säurehältiger Nahrungsmittel zu einem minimalen Verlust von Zahnschmelz führt. Daraus wurde die Empfehlung abgeleitet, nach dem Essen eine Stunde mit dem Zähneputzen zu warten. Im morgendlichen Stress kaum realisierbar!

Die Ergebnisse der Laborversuche konnten durch vergleichbare Untersuchungen im Mund nicht bestätigt werden. Hier hatten die empfohlenen Wartezeiten nur einen minimalen schützenden Effekt auf die Zahnsubstanz, während die Verwendung einer fluoridhältigen Zahnpasta den Substanzverlust deutlich senkte.

Daher lautet die Empfehlung eindeutig: Zähneputzen NACH dem Frühstück und eine fluoridhältige Zahnpasta benützen!

(Prof.Dr.C.Ganss, Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde der Universität Gießen)

Zähneputzen beim Kind

Mit dem Durchbruch des ersten Zahnes beginnen Sie vorzugsweise mit einem Wattestäbchen oder einem weichen Baumwolltuch mit der Reinigung. Lernzahnbürsten mit besonders weichen Borsten ergänzen die Startausrüstung.

Kaum ein Kind lässt sich gerne die Zähne putzen. Oft ist eine unvorstellbare Geduld und viel Fantasie erforderlich, bis die tägliche Zahnpflege vom Kind kampflos akzeptiert wird. Nur mit Ihrer Konsequenz und Ihrem guten Vorbild kann es gelingen, das Gebiss Ihres Kindes kariesfrei zu erhalten!

Im Kleinkindalter sollen die Kinder ihre Zähne selbständig putzen, wobei abends das Nachputzen durch einen Erwachsenen unerlässlich ist. Frühestens ab dem Schulalter kann man den Kindern das Zähneputzen zur Gänze überlassen. In vielen Fällen empfiehlt sich auch dann noch eine regelmäßige Kontrolle der Putztechnik.